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Körpersprache im Vorstellungsgespräch: Wie Sie auch ohne Worte überzeugen

Aktualisiert: 12.01.2026

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Lesedauer: 6 Minuten

Erfahren Sie, wie Sie Körpersprache im Vorstellungsgespräch effektiv einsetzen und einen positiven Eindruck hinterlassen – auch in Videointerviews.

LNeun

Von Lisa Neun

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Ein Vorstellungsgespräch kann für viele Bewerberinnen und Bewerber eine Ausnahmesituation sein – schließlich geht es um viel. Verständlich, dass da Nervosität aufkommen kann. Um einen souveränen und selbstbewussten Eindruck zu hinterlassen, konzentrieren sich viele Bewerber bei der Vorbereitung vor allem darauf, was sie im Gespräch sagen möchten. Doch man sollte nicht nur auf Worte achten: Körpersprache spielt eine ebenso entscheidende Rolle. Sie kann Selbstsicherheit, Offenheit und Professionalität vermitteln. Im schlimmsten Fall kann sie aber auch das Gegenteil bewirken.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche nonverbalen Signale Sie im persönlichen Gespräch sowie im digitalen Videointerview beachten sollten und wie Sie diese gezielt einsetzen, um das nächste Vorstellungsgespräch souverän zu meistern.

Körpersprache – Haltung, Mimik und Gestik im Zusammenspiel

Als Körpersprache bezeichnet man alle nonverbalen Signale, mit denen Menschen ihre Einstellungen, Emotionen und die innere Haltung ausdrücken. Sie entsteht meist automatisch und begleitet jede Form der Kommunikation, indem sie zusätzliche Informationen liefert oder das Gesagte unterstreicht.

Dazu gehören:

  • Gestik: Bewegungen von Armen und Händen, die das Gesagte unterstützen oder verstärken.
  • Mimik: Gesichtsausdrücke, die Gefühlszustände sichtbar machen und Reaktionen transportieren.
  • Haltung: Die Art, wie Sie stehen, sitzen oder gehen – sie signalisiert Präsenz, Offenheit oder Anspannung.
  • Blickkontakt: Den Gesprächspartner aufmerksam ansehen, ohne zu starren, und damit Interesse und Respekt zeigen.
  • Berührungen: Im Vorstellungsgespräch meist auf den Händedruck begrenzt, der einen ersten Eindruck vermittelt.

Weil Körpersprache oft unbewusst wirkt und den Eindruck, den wir hinterlassen, maßgeblich beeinflusst, kommt ihr im Vorstellungsgespräch eine besondere Bedeutung zu.

Warum Körpersprache im Vorstellungsgespräch wichtig ist

Zahlreiche Studien1 zeigen, dass ein wichtiger Teil unserer Kommunikation auch nonverbal erfolgt. Mimik, Gestik, Haltung, Blickkontakt sowie auch der Tonfall der eigenen Stimme beeinflussen, wie wir von anderen wahrgenommen werden.

Im Vorstellungsgespräch, wo insbesondere der erste Eindruck kritisch ist, kommt dieser Tatsache eine enorme Bedeutung zu. Forschende fanden heraus:

  • dass, etwa Blickkontakt, Mimik und Körperhaltung signifikant mit der Wahrnehmung durch Interviewer und damit mit dem Erfolg bzw. der Bewertung im Interview zusammenhängt.2
  • dass nonverbale Merkmale starke Prädiktoren dafür sind, wie Bewerber hinsichtlich Persönlichkeit und „Eignung“ eingeschätzt werden — unabhängig vom reinen Antwortinhalt.3
  • dass, Bewerber, die bewusst auf Körpersprache, Augenkontakt und eine offene Haltung achten, von Interviewern oft als selbstbewusster, engagierter und sympathischer wahrgenommen werden, was den ersten Eindruck und damit die „Einstellungsbereitschaft“ beeinflusst.4

Nonverbale Kommunikation beeinflusst also nicht nur, wie unsere Aussagen aufgenommen werden. Sie kann durchaus mitentscheiden, ob wir als „passend“, „kompetent“ und „sympathisch“ wahrgenommen werden.

Bereits in den ersten Sekunden nehmen Personalverantwortliche unbewusst zahlreiche dieser Signale wahr, was zumeist intuitiv geschieht. Dennoch können Sie Ihre Körpersprache gezielt trainieren und steuern, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen und dabei nicht künstlich zu wirken.

Ihre Körpersprache kann dann:

  • durch offene Gesten und direkten Blickkontakt Vertrauen aufbauen
  • mithilfe einer aufrechten Haltung und ruhigen Bewegungen Kompetenz und Professionalität unterstreichen
  • dank Nicken, zugewandter Haltung und aufmerksamem Blick Interesse bekunden
  • durch bewusste Kontrolle von Gestik und Mimik Ihre Nervosität kaschieren und Souveränität ausstrahlen

An dieser Stelle sollte jedoch noch einmal betont werden, dass nonverbale Signale nicht reichen — wichtig bleibt weiterhin, dass Sie auch mit fachlichen Kenntnissen und Qualifikationen überzeugen.

Was eine gute Körpersprache im Vorstellungsgespräch ausmacht

Obwohl viele körpersprachliche Signale automatisch ablaufen, können Sie diese gezielt beeinflussen. Ein bewusster Umgang mit Gestik, Mimik und Stimme hilft Ihnen, Ihre Aussagen zu unterstreichen und Ihre Wirkung zu verstärken.


1. Der Händedruck

Der Händedruck ist im Vorstellungsgespräch der erste und oft der einzige physische Kontakt, dennoch kann er viel über Sie verraten. Achten Sie auf folgende Aspekte:

  • Ein fester (aber nicht quetschender) Händedruck: Er signalisiert Selbstbewusstsein und Entschlossenheit.
  • Trockene Hände: Nervosität kann zu feuchten Händen führen. Versuchen Sie, Ihre Hände vor dem Gespräch diskret zu trocknen.

2. Blickkontakt

Ein angemessener Blickkontakt ist essenziell, um Interesse und Aufmerksamkeit zu signalisieren. Beachten Sie folgendes:

  • Ein regelmäßiger, aber nicht starrender Blick: Halten Sie den Blickkontakt für einige Sekunden, dann schweifen Sie kurz ab und nehmen Sie ihn wieder auf. Zu langer Blickkontakt wird in der Regel als unangenehm empfunden.
  • Blick auf die Augenpartie: Konzentrieren Sie sich auf die Augen oder die Partie zwischen den Augenbrauen.
  • Bei mehreren Personen: Verteilen Sie Ihren Blick gleichmäßig auf alle Gesprächspartner, um alle einzubeziehen.
  • Nicht auf den Boden schauen: Der Blick nach unten kann als Unsicherheit oder sogar Unehrlichkeit gedeutet werden.

3. Mimik:

Ihr Gesichtsausdruck ist ein direkter Spiegel Ihrer Emotionen und kann im besten Fall Ihre verbalen Botschaften unterstützen. Legen Sie dafür Wert auf:

  • Lächeln: Ein freundliches, echtes Lächeln wirkt sympathisch und offen. Es signalisiert positive Energie und Aufgeschlossenheit. Außerdem trägt es zu einer angenehmen Gesprächsatmosphäre bei.
  • Natürlicher Ausdruck: Versuchen Sie, entspannt zu bleiben. Ein angespannter oder übertriebener Gesichtsausdruck kann Nervosität vermitteln. Auch ein Pokerface ist eher ungünstig.

4. Gestik:

Auch Gesten können Ihre Aussagen unterstützen und unterstreichen. Wichtig ist, dass Ihre Gestik natürlich bleibt:

  • Offene Gesten: Offene Handflächen, sichtbare Hände und nicht verschränkte Arme signalisieren Offenheit und Ehrlichkeit.
  • Maßvoll einsetzen: Übertriebene oder hektische Bewegungen sowie zu ausladende Gesten können ablenken oder unruhig wirken und sogar als Unsicherheit interpretiert werden.
  • Vermeiden Sie verschränkte Arme (Abwehrhaltung), Hände in Hosentaschen (Desinteresse) sowie ständiges Spielen mit Gegenständen (Nervosität).


5. Haltung und Sitzposition:

Ihre Körperhaltung und die Art, wie Sie sitzen, vermittelt viel über Ihr Selbstvertrauen. Damit Sie selbstbewusst und professionell wirken, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Aufrecht sitzen: Eine gerade, aufrechte Haltung signalisiert Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit. Lehnen Sie sich ggf. auch leicht nach vorne, um Interesse zu zeigen. Ihre Sitzposition sollten Sie nur selten wechseln, um nicht nervös zu wirken.
  • Entspannen Sie sich: Vermeiden Sie es aber, in den Stuhl zu sinken oder sich zu weit nach hinten zu lehnen.
  • Füße auf dem Boden: Halten Sie beide Füße flach auf dem Boden oder kreuzen Sie diese locker an den Knöcheln. Außerdem sollte Sie Ihre Beine geschlossen halten.

5 Tipps für die Vorbereitung und Umsetzung

Damit Ihre Gestik und Mimik im Vorstellungsgespräch positiv, aber nicht verkrampft oder gespielt wirken, empfiehlt es sich, das eigene Verhalten vorab zu üben. Hier sind fünf einfache Tipps, wie Sie Ihre Körpersprache für das Jobinterview trainieren können:

  1. Selbstbeobachtung: Üben Sie vor einem Spiegel oder nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf. So sehen Sie, wie Ihre Körpersprache wirkt und erkennen, welche Angewohnheiten oder Eigenheiten Sie korrigieren müssen.
  2. Feedback von Freunden: Bitten Sie einen Freund oder eine Freundin, Ihre Körpersprache zu beobachten und zu bewerten. Stellen Sie dazu auch ein kurzes Bewerbungsgespräch nach, um Ihr Auftreten im richtigen Kontext beurteilen zu lassen.
  3. Entspannungstechniken: Wenn Sie sehr nervös sind, können verschiedene Maßnahmen, wie eine positive Visualisierung, Sport oder Atemübungen helfen, um zur Ruhe zu kommen. Ausführliche Tipps finden Sie in unserem Artikel „Selbstsicher auftreten im Job: 5 Tipps, wie Sie Nervosität in den Griff bekommen.“
  4. Authentizität: Achten Sie bei der Vorbereitung immer darauf, Sie selbst zu sein und versuchen Sie nicht, eine Rolle einzustudieren. Die Tipps sollen Ihnen helfen, Ihre beste Seite zu zeigen, nicht sich zu verstellen.
  5. Bewusstsein schaffen und locker bleiben: Seien Sie sich Ihrer Körpersprache bewusst und korrigieren Fehler, wenn Sie Ihnen auffallen. Dennoch sollen Sie dabei nicht verkrampfen oder das große Ganze aus dem Auge verlieren. Mit der Zeit wird es Ihnen immer leichter fallen, Ihre Körpersprache gezielt und natürlich einzusetzen.

So überzeugen Sie auch vor der Kamera – 4 Tipps für Videointerviews

Auch im Videointerview gilt es, trotz räumlicher Distanz einen authentischen und überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Hier ergeben sich für die Körpersprache jedoch eigene Herausforderungen, da die Kamera nur einen begrenzten Ausschnitt zeigt und viele nonverbale Signale anders wirken als im persönlichen Gespräch. Umso wichtiger ist es, sich gezielt auf diese Rahmenbedingungen einzustellen und die eigene Wirkung im digitalen Raum bewusst zu steuern. Im Fokus stehen jetzt vor allem Gesicht, Schultern, Hände und Stimme.

 

1. Die optimale Positionierung vor der Kamera

Eine zentrale Rolle spielt die richtige Positionierung vor der Kamera. Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht und Oberkörper gut sichtbar sind, ohne zu nah oder zu weit entfernt zu sitzen. Ideal ist ein Abstand, bei dem Kopf, Schultern und ein Teil der Arme im Bild zu sehen sind. So können Sie durch Gestik und Mimik authentisch wirken und Ihre Aussagen unterstreichen. Stellen Sie sicher, dass Sie aufrecht sitzen und die Kamera auf Augenhöhe positioniert ist.


2. Blickkontakt zur Kamera

Auch im Videointerview spielt Blickkontakt eine wichtige Rolle – er ist jedoch etwas kniffliger umzusetzen. Schauen Sie nicht dauerhaft auf das Bild Ihres Gesprächspartners auf dem Bildschirm, da dies schnell so wirkt, als würden Sie stets knapp daran vorbeisehen. Schauen Sie stattdessen gezielt in die Kamera. Damit Ihnen das leichter fällt, können Sie sich ein Foto direkt hinter die Kamera kleben und dieses anschauen, wenn Sie reden.


3. Gestik und Mimik bewusst einsetzen

Im Videointerview sollten Sie Ihre Gestik bewusst und sparsam einsetzen, da der begrenzte Bildausschnitt ausladende Bewegungen schnell übertrieben wirken lässt oder diese gar nicht sichtbar sind. Umso mehr rückt Ihre Mimik in den Fokus: Ein authentisches Lächeln, ein aufmerksamer Gesichtsausdruck und zustimmendes Nicken signalisieren Interesse, Engagement und Offenheit. Insgesamt gilt im virtuellen Gespräch: Die Mimik sollte stärker gewichtet werden als die Gestik.


4. Stimme und Sprechweise gezielt nutzen

Auch Stimme und Sprechweise spielen eine zentrale Rolle. Achten Sie darauf, klar, deutlich und in angemessener Lautstärke zu sprechen, da technische Übertragungen feine Nuancen verschlucken können. Sprechen Sie nicht zu schnell und setzen Sie bewusst Pausen, um Ihren Aussagen Struktur zu geben und Ihrem Gegenüber Zeit zu lassen, das Gesagte aufzunehmen. Eine freundliche, motivierte Tonlage unterstreicht zudem eine positive Ausstrahlung.


Noch ein genereller Tipp für das Videointerview:
Achten Sie im Videointerview auf gute Lichtverhältnisse und einen ruhigen, aufgeräumten Hintergrund, damit Ihr Gesicht klar erkennbar ist und nichts vom Gespräch ablenkt. Ein kurzer Technik-Check von Ton und Bild im Vorfeld sorgt zusätzlich für Sicherheit und ermöglicht es Ihnen, sich ganz auf das Interview zu konzentrieren. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Die 10 wichtigsten Tipps für Ihr Videointerview.“

Fazit

Körpersprache spielt im Vorstellungsgespräch eine zentrale Rolle, denn sie beeinflusst maßgeblich, wie Sie wahrgenommen werden – ob persönlich oder vor der Kamera. Dabei geht es jedoch nicht darum, perfekt aufzutreten oder jedes Signal vollständig zu kontrollieren. Viel wichtiger ist ein authentischer, bewusster Umgang mit der eigenen Wirkung. Eine offene Haltung, angemessener Blickkontakt und eine ruhige Ausstrahlung können Ihre Aussagen wirkungsvoll unterstützen und einen positiven Eindruck verstärken. Dennoch gilt: Körpersprache kann fachliche Qualifikation nicht ersetzen, lediglich ergänzen. Am Ende überzeugt die Kombination aus Persönlichkeit, Auftreten und Kompetenz.

Studien:

1 Communication is 93% Nonverbal: An Urban Legend Proliferates, David Lapakko 2007
Co-Located Human-Human Interaction Analysis using Nonverbal Cues: A Survey, Cigdem Beyan, Alessandro Vinciarelli, Alessio Del
Bue 2022

2 The impact of nonverbal behavior in the job interview, Marianne Schmid Mast, 2014

3 Personality Traits Estimation Based on Job Interview Video Analysis: Importance of Human Nonverbal Cues Detection, Kenan Kassab u. Alexey Kashevnik, 2024

3 Multimodal Analysis of Body Communication Cues in Employment Interviews, 2013

Inhaltsverzeichnis
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