Typische Fehler im Vorstellungsgespräch und wie Sie diese vermeiden

Lisa Scheffler - 09. November 2018 - Vorstellungsgespräch

Ihre Bewerbung hat überzeugt und Sie wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Daraufhin haben Sie sich ausgiebig über das Unternehmen informiert, Ihre Selbstpräsentation trainiert und fühlen sich gut vorbereitet. Eigentlich kann nichts schief gehen, doch auch bei guter Vorbereitung begehen Bewerber immer wieder vermeidbare Fehler.

Damit Sie im persönlichen Gespräch mit dem Personaler in keine Fettnäpfchen treten, haben wir für Sie die 8 größten Fehler im Bewerbungsgespräch zusammenfasst und geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie es besser machen.

1. Über den Ex-Arbeitgeber lästern 

Bei einem Bewerbungsgespräch wird Ihnen möglicherweise die Frage gestellt, warum Sie Ihren Arbeitgeber wechseln wollen. An dieser Stelle sollten Sie auf keinen Fall schlecht über Ihren ehemaligen Arbeitgeber reden, denn das lässt den Unternehmensvertreter glauben, dass Sie bei erneutem Jobwechsel genauso über seine Firma lästern. Leider ist dies jedoch einer der größten und häufigsten Fehler, die Bewerber machen. Selbst wenn es mit schlechten Erfahrungen beim Ex-Arbeitgeber zusammenhängt, sollten Sie den Jobwechsel besser damit begründen, dass Sie sich neuen Herausforderungen stellen und weiterentwickeln wollen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Erfahrungen und Ziele, anstatt die Schuld bei anderen zu suchen.

2. Keine oder schlechte Fragen stellen

Zu jedem Bewerbungsgespräch gehört es, dass auch der Bewerber die Möglichkeit bekommt, eigene Fragen zu stellen. Hier können Sie nicht nur weitere für Sie wichtige Informationen einholen, sondern zeigen, dass Sie wirkliches Interesse an der ausgeschriebenen Tätigkeit haben. Somit wäre es ein doppelter Fehler, diese Chance zu vertun.

Mit guten Nachfragen können Sie zudem Ihre Jobchancen erhöhen. Das sind unter anderem Fragen zur Abteilung und dem Team sowie zu Einarbeitung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Daneben gibt es jedoch auch Fragen, die beim Personaler den falschen Eindruck hinterlassen. Deshalb sollten Sie beispielsweise Fragen zum Verdienst der potentiellen Kollegen oder Chancen auf eine baldige Beförderung nicht stellen.

3. Lebenslauf/Anschreiben wiederholen

In jedem Vorstellungsgespräch werden Sie früher oder später mit den Worten „Erzählen Sie etwas über sich“ zu einer Selbstpräsentation aufgefordert. Hierbei geht es darum, dass Sie Ihre fachlichen Kompetenzen sowie Erfahrungen anschaulich darlegen und zeigen, warum gerade Sie die beste Besetzung für den Job sind. Machen Sie jedoch nicht den Fehler, Ihren Lebenslauf bzw. Ihr Anschreiben nachzuerzählen. Diesen Inhalt kennt Ihr Gegenüber bereits und Sie würden damit nur langweilen. Fragen Sie stattdessen besser nach, was genau den Personaler interessiert. Sollten Sie keine konkrete Antwort erhalten, erzählen Sie etwas, das Sie in Ihrem Anschreiben nicht erwähnen konnten oder führen Sie einzelne Aspekte Ihrer beruflichen Laufbahn detaillierter aus. Wenn es sich anbietet, können Sie auch darauf eingehen, wie Sie an knifflige Herausforderungen herangehen und Probleme lösen.


4. Sich verstellen, um zu gefallen

Ein Fehler, den Bewerber immer wieder machen, ist es sich zu verstellen, um das Unternehmen von sich zu überzeugen. Doch wenn erkennbar wird, dass Sie schauspielern, macht Sie das nicht nur unglaubwürdig, sondern auch unattraktiv. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch darauf achten, in Ihren Aussagen nicht zu übertreiben. Aussagen wie „Egal, welche Aufgabe erledigt werden muss, ich mache Sie am besten“ und „Das kann ich perfekt“ sind absolute No-Gos und sollten vermieden werden.

Um im Bewerbungsgespräch einen wirklich guten Eindruck zu hinterlassen, sind Ehrlichkeit, Authentizität und Persönlichkeit wichtige Gesichtspunkte, auf die Sie achten sollten. Denn Ihr potentieller Arbeitgeber möchte Sie beim Gespräch auch als Mensch kennenlernen und herausfinden, ob Sie in das Team passen, für das ein neuer Mitarbeiter gesucht wird. 


5. Keine Schwächen haben

Einen der häufigsten Fehler begehen Bewerber bei der typischen Frage nach den Schwächen. Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen zu behaupten, Sie hätten keine Schwächen oder versuchen, diese als übertriebene Stärken darzustellen. Menschen sind nun einmal nicht perfekt und haben Ecken und Kanten. Zudem wird es nichts geben, das Sie für den Job ausschließt, wenn Sie sich den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle gewachsen fühlen. 

Besser ist es, offen und ehrlich zu sein. Machen Sie aber auch klar, dass Sie an Ihrer Schwäche arbeiten und sie durch Weiterbildungen oder Berufserfahrung schnell ausbügeln können. Als Bewerber sollten Sie dem Personaler in jedem Fall signalisieren, dass Sie lernbereit sind und sich weiterentwickeln möchten.

6. Unpassende Kleidung

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man ordentlich und passend gekleidet zum Vorstellungsgespräch erscheint. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Bewerber den Fehler machen und Ihr Äußeres bei einem so wichtigen Termin vernachlässigen. Das ist besonders fatal, da der erste Eindruck besonders prägend ist und Sie sich mit einer solchen Nachlässigkeit schnell aus dem Rennen nehmen.

Beachten Sie daher in erster Linie, dass keine Löcher, Risse oder Flecken an Ihrer Kleidung zu finden  sind. Zudem sollten Sie den branchenüblichen Dresscode beachten und sich an der Kleiderordnung des Unternehmens orientieren. Männer tragen in der Regel am Besten einen Anzug in Grau, Anthrazit oder Dunkelblau mit schlichtem Hemd und unauffälliger Krawatte. Frauen liegen mit einem Hosenanzug oder Kostüm in Grau, Blau, Braun, Beige oder Schwarz richtig. 

Als weiteren Tipp können wir Ihnen folgende Faustregel mitgeben: Sollten Sie sich unsicher sein, gehen Sie lieber „overdressed“ als „underdressed“ zum Vorstellungsgespräch.


7. Zu früh da sein

Natürlich ist es inakzeptabel, zu spät zum Vorstellungsgespräch zu kommen. Es ist jedoch genauso falsch, bereits 20 Minuten vor dem Termin im Unternehmen einzutreffen. Damit setzen Sie den zuständigen Personaler indirekt unter Druck, sich zu beeilen und sich so bald wie möglich um Sie zu kümmern, womit Ihr Gespräch mit einem unangenehmen Beigeschmack beginnt. 

Sollten Sie zu früh da sein, setzen Sie sich in ein Café oder machen Sie einen kleinen Spaziergang und schauen sich die Umgebung an. So bekommen Sie im Vorfeld noch einmal den Kopf frei und sind anschließend vielleicht etwas entspannter. 

8. Schlechter Small Talk

Oft wird vor dem eigentlichen Interview noch ein kurzer Small Talk geführt, um die Stimmung zu lockern, und obwohl dieser Teil in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt ist, können Sie auch hier in Fettnäpfchen treten.

Zum einen sollten Sie negative Aussagen, zum Beispiel über Stau auf der Autobahn, vermeiden. Diese können dem Personaler auch als negative Eindrücke in Zusammenhang mit Ihnen in Erinnerung bleiben. Zum anderen ist es entscheidend, worüber Sie reden. Grundsätzlich gibt es Themen, die sich sehr gut für einen Small Talk eignen und andere, die Sie meiden sollten. Ungeeignet für Small Talk sind zum Beispiel kritische Themen wie Politik und Religion. Sprechen Sie stattdessen über Dinge wie Wetter, Kultur und Hobbys. Diese sind unverfänglich und bergen kein Konfliktpotential.

Schließlich sollten Sie mit dem Small Talk nicht übertreiben. Auch wenn Sie zu denjenigen gehören, die gerne und gekonnt smalltalken, ist es wichtig, dass Sie den Fokus des Gesprächs nicht aus den Augen verlieren, denn es geht nach wie vor um den Job und Ihre Bewerbung.


Karrieretipps für Bewerber und Jobsuchende

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