Typische Fehler in der Bewerbung und wie Sie diese vermeiden

Lisa Scheffler - 27. September 2018 - Bewerbung

Eine professionelle Bewerbung zu schreiben, kostet Jobsuchende zumeist viel Zeit und Nerven. Wenn es dann endlich geschafft ist und sie sich auch nach dem Korrekturlesen sicher fühlen, schleichen sich neben einfachen Rechtschreibfehlern allerdings noch andere mitunter sogar peinliche Fehler ein. Nicht wenige Bewerbungen scheitern dann an Patzern, die ganz einfach zu vermeiden gewesen wären. 

Um Sie vor einem frühzeitigen Aus im Bewerbungsprozess zu bewahren, haben wir Ihnen hier die 11 größten Fehler bei Bewerbungen kompakt zusammengefasst und geben Ihnen Tipps an die Hand, damit Ihre Bewerbungsunterlagen bei Ihrem potentiellen Arbeitgeber einen guten Eindruck machen.

1. Unprofessionelles Foto

Würden Sie jemanden einstellen, der sich mit einem Schnappschuss in Hawaiihemd bei Ihnen bewirbt? Wahrscheinlich nicht. Denn ein solches Foto wirkt unprofessionell. Ein gutes Bewerbungsfoto zeigt Sie im Idealfall so, wie Sie zum Job erscheinen würden. Achten Sie also zunächst auf die passende Kleidung und lassen Sie es von einem professionellen Fotografen aufnehmen. Zudem sollte das Foto nicht älter als 2 Jahre sein. Bedenken Sie außerdem, dass ein  Foto kein Muss ist. Wenn Sie kein passendes zur Hand haben, lassen Sie es besser weg.

2. Fehlende oder fehlerhafte Angaben 

Fehlerhafte Adressen, fehlende Kontaktdaten oder ein Bewerbungsanschreiben ohne Betreff – solche Fehler sehen Personaler täglich. Dabei sind diese Fehler wirklich vermeidbar, denn die eigene Adresse kennt man und die des Unternehmens muss nur korrekt abgetippt werden. Auch den Betreff zu vergessen, macht beim Personaler keinen guten ersten Eindruck. Dieser muss nun nämlich versuchen im Anschreiben herauszufinden, auf welche Position Sie sich bewerben. Vergewissern Sie sich also, dass folgende Informationen leicht zu finden sind und vermeiden Sie Schreibfehler:

  • Empfängeradresse bestehend aus Firmenname, Vor- und Nachname des Ansprechpartners im Unternehmen, Adresse
  • Betreff wie in folgendem Beispiel: Bewerbung für die Position als Buchhalter, Referenz 123
  • Persönliche Angaben wie Name, Adresse und Telefonnummer 

3. Ungleichmäßiges und unübersichtliches Layout

Ein uneinheitliches Layout gehört zu den häufigsten Fehlern, da sich Bewerber in erster Linie auf den Inhalt und die Formulierung des Bewerbungsschreibens konzentrieren. Dabei können Unterschiede in Bezug auf Format, Schriftgröße und Schriftart im Lebenslauf, Anschreiben sowie in anderen selbst erstellten Dokumenten wie Arbeitsproben einen genauso schlechten Einfluss haben wie Rechtschreibfehler. Arbeitgeber interpretieren solche Nachlässigkeiten als mangelnde Sorgfalt, was schnell zu einer Absage führen kann. Sorgen Sie daher schon von Beginn an in allen Dokumenten für ein übersichtliches und gleichmäßiges Format. Verwenden Sie eine schnörkellose, klare Schrift wie Arial oder Times New Roman in der Größe 11pt oder 12 pt. Lassen Sie außerdem unnötige Extras weg, die vom Wesentlichen ablenken.

4. Unpersönliche Anrede 

„Sehr geehrte Damen und Herren“ liest man in so manchem Bewerbungsschreiben. Dabei haben Sie viel bessere Chancen nicht gleich wieder vergessen zu werden, wenn Sie den zuständigen Personaler direkt ansprechen. Den Namen des gesuchten Ansprechpartners finden Sie in der Regel in der Stellenanzeige. Wenn kein Ansprechpartner aufgeführt ist, sollten Sie in der Firma anrufen und nachfragen. So zeigen Sie dem Unternehmen, dass Sie wirkliches Interesse an der ausgeschriebenen Stelle haben.

5. Floskelartige Einstiegssätze 

Genauso schlimm wie eine unpersönliche Anrede sind nichtssagende Standardeinstiegssätze wie „hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als …“. Personaler lesen diese jeden Tag mehrfach und sind dementsprechend gelangweilt. Zudem enthalten sie keine relevanten Informationen für den Personaler, denn, dass Sie sich bewerben, ist mit dem Einreichen einer Bewerbung offensichtlich. Besser ist es, Sie beginnen Ihr Anschreiben mit einem individuellen ersten Satz. Versuchen Sie zum Beispiel eine der folgenden Möglichkeiten:

  • Bezugnahme auf Ihr vorangegangenes Telefonat mit dem Ansprechpartner, in dem Sie sich über die Stelle erkundigt haben 
  • Persönlicher Bezug zum Unternehmen sowie Ihre Motivation für dieses zu arbeiten 
  • Eine kreative oder ungewöhnliche Aussage über Sie in Ihrem Job

6. Copy-Paste aus Bewerbungsvorlagen 

Vorlagen für Bewerbungen gibt es im Internet zu Hauf, doch das große Problem damit ist, sie sind unpersönlich und passen zu fast jedem Bewerber. So entsteht ein Einheitsbrei, der Bewerbungen und die dahinter stehenden Absender austauschbar machen. Um sich von der Masse an Mitbewerbern abzuheben, sollten Sie aber so viel Persönliches wie möglich in Ihr Anschreiben einbauen. Nehmen Sie sich daher Zeit für Ihr Bewerbungsschreiben. Betrachten Sie jede Bewerbung als Unikat und gestalten Sie diese für die jeweilige Stellenausschreibung neu.

7. Lebenslauf nacherzählen 

Ein weiterer gerne gemachter Fehler ist es, den eigenen beruflichen Werdegang im Bewerbungsschreiben noch einmal auszuformulieren. Personaler nehmen oft als erstes den Lebenslauf zur Hand, um die Fakten und groben Eckdaten Ihrer beruflichen Laufbahn kennen zu lernen. Im Anschreiben sollten Sie daher auf einzelne, aussagekräftige Aspekte eingehen, die Sie für den Job, auf den Sie sich bewerben, interessant machen und befähigen. Das können Ihre Soft Skills, berufliche Erfolge und Projekte oder andere Qualifikationen sein. Berufseinsteiger können sich im Anschreiben beispielsweise auf Studium, Studienschwerpunkt und das Thema der Abschlussarbeit konzentrieren.

8. Den Ton nicht treffen 

Eine Bewerbung hat immer etwas mit (Eigen-)Werbung zu tun, denn Sie wollen das Unternehmen davon überzeugen, dass Sie die beste Wahl sind. Jedoch sollten Sie dabei nicht übertreiben. Prahlerei, Besserwisserei und ein allzu dominanter und übermäßig selbstbewusster Ton im Anschreiben wirken unsympathisch und hinterlassen den Eindruck einer überzogenen Selbstdarstellung. Auf der anderen Seite sollten Sie aber auch nicht zu schüchtern sein. Untertreibungen und Zurückhaltung sind genauso falsch, denn dann besteht wieder die Gefahr in der Masse der anderen Bewerber unterzugehen. Den richtigen Ton treffen Sie, wenn Sie sachlich und ehrlich bleiben sowie die beschriebenen Erfolge und Fähigkeiten mit Beispielen belegen.

9. Der Konjunktiv im letzten Satz 

Ein weiterer typischer Fehler ist der Konjunktiv. Ihr Anschreiben sollten Sie nie mit den Worten „Ich würde mich über ein Vorstellungsgespräch bei Ihnen freuen“ beenden. Damit schwächen Sie nicht nur den Satz, sondern das ganze Bewerbungsschreiben ab und wirken unsicher. Besser ist, Sie formulieren den Schlusssatz aktiv und schreiben beispielsweise: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.“

10. Verschleierte Lücken/unwahre Angaben im Lebenslauf

Wie im Anschreiben gilt im Lebenslauf absolute Ehrlichkeit. Stehen Sie zu den einzelnen Stationen und eventuellen Lücken Ihrer beruflichen Laufbahn, anstatt sie mit falschen Angaben zu verschleiern! Einem gut geschulten Personaler fällt das spätestens im Vorstellungsgespräch auf. Überlegen Sie sich im Hinblick auf ein mögliches Gespräch stattdessen, was Sie aus diesen Erfahrungen gelernt und vielleicht sogar an Kompetenzen gewonnen haben.

11. Unnötiger Leseballast

Nicht alles, was Sie Ihrer Bewerbung hinzufügen könnten, ist auch wichtig. Verzichten Sie daher auf irrelevante Informationen, die die offene Stelle nicht betreffen.  Im Lebenslauf können das beispielsweise die Berufe der Eltern sein. Den gleichen Fehler machen viele Bewerber auch in Bezug auf die Anlagen. Wählen Sie diese sorgfältig aus und lassen Sie zum Beispiel das Abitur-Zeugnis weg, wenn Sie einen Master-Abschluss haben.


Karrieretipps für Bewerber und Jobsuchende

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