Das Bewerbungsanschreiben: Wie Sie in Hauptteil und Schluss überzeugen

Lisa Scheffler - 17. Mai 2018 - Die perfekte Bewerbung, Bewerbung

Nachdem Sie in Ihrer Bewerbung für einen interessanten Anfang im Anschreiben gesorgt haben, geht es nun darum, auch im Hauptteil des Bewerbungsschreibens zu überzeugen und schließlich einen guten Schlusssatz zu formulieren. Denn nur dann erhalten Sie eine positive Rückmeldung auf Ihre Bewerbung und werden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Damit tun sich viele Bewerber sehr schwer, da Sie in diesem Teil des Anschreibens Ihr berufliches Know-how sowie Ihren Lebenslauf gekonnt mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle verbinden müssen. In unserem Beitrag geben wir Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie das schaffen und welche häufigen Fehler Sie in Ihrem Anschreiben umgehen sollten.

Hauptteil

Der Hauptteil ist in der Regel der zweite und längste Absatz des Bewerbungsschreibens. Hier ist Eigenmarketing gefragt. Überlegen Sie, was Sie ausmacht und präsentieren und verkaufen Sie Ihre Stärken:

  • Was macht Sie unverwechselbar?
  • Warum muss Sie Ihr potentieller Arbeitgeber unbedingt persönlich kennenlernen?
  • Was bringen Sie mit, das für das Unternehmen einen Mehrwert bedeutet?

Da Personaler oft als erstes den Lebenslauf zur Hand nehmen, kennen sie schon die Fakten und groben Eckdaten Ihrer beruflichen Laufbahn – diese gilt es, im Hauptteil des Anschreibens genauer zu beleuchten und mit einer persönlichen Note zu versehen. Dies bedeutet in erster Linie, dass Sie Ihren Lebenslauf nicht noch einmal nacherzählen. Stattdessen sollten Sie im Anschreiben auf einzelne, aussagekräftige Aspekte eingehen, die Sie für den Job, auf den Sie sich bewerben, interessant machen und befähigen. Dabei sollten Sie sich vornehmlich auf die folgenden Bereiche konzentrieren:

  • Berufliche Qualifikationen
  • Soft Skills
  • Bezug zum Unternehmen

Grundsätzlich können Sie hier aber auch alles andere ansprechen, was Sie für wichtig halten, wie zum Beispiel: 

  • Hobbys
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Engagement in Vereinen

Berufseinsteiger, die noch nicht über so ausgeprägte Erfahrungen verfügen wie ältere Bewerber, können in Ihrem Anschreiben auch andere Punkte ansprechen:

  • Ausbildung bzw. Studium, Studienschwerpunkt und das Thema der Abschlussarbeit
  • Praktika
  • Nebenjobs

Tipp unserer Recruiter: Stellen Sie klar heraus, warum Sie der richtige Kandidat für die genannte Position sind und kein anderer. Machen Sie deutlich, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Stelle gründlich auseinandergesetzt haben. Gehen Sie so genau wie möglich auf das Anforderungsprofil bzw. die gewünschten stellenrelevanten Fähigkeiten Ihres Traumjobs ein. Zeigen Sie, dass Sie verstanden haben, worum es bei der Firma und der Stelle geht.

Hierfür stellen Sie im Vorfeld ausgiebige Recherchen über das Unternehmen an. Diese sind unabdingbar für das perfekte Anschreiben und um sich mit dem gewünschten Unternehmen und der Stelle identifizieren zu können.

Soziale Kompetenzen betonen 

Neben den beruflichen Qualifikationen sind auch die Soft Skills ein wichtiger Bestandteil eines Bewerbungsanschreibens. Gerade hier sollten Sie die Möglichkeit nutzen, Ihre Persönlichkeit einzubringen, denn damit heben Sie sich von Standardformulierungen aus dem Internet ab. Muster und Vorlagen, die Sie online finden, können Sie jedoch als Inspiration verstehen und auf dieser Grundlage Ihre eigenes Bewerbungsschreiben gestalten.

Belegen Sie alles was Sie schreiben mit Beispielen aus aktuellen oder früheren Tätigkeiten. Gerne kann Wichtiges fett markiert werden. Dies ist unter Umständen ein Vorteil, da dem Personaler auf den ersten Blick die wichtigen Dinge auffallen. Bedenken Sie aber, nicht zu viel fett zu markieren, denn das bewirkt das Gegenteil.

Den richtigen Ton treffen

Im Anschreiben kommt es außerdem darauf an, authentisch und glaubhaft zu sein. Hier ist eine positive und aktive Sprache unabdingbar, um verbindlich zu klingen ohne aufdringlich zu wirken. So gilt es, den richtigen Ton zu treffen.

Sie sollten zunächst darauf achten, nicht selbstgerecht zu erscheinen. Ein allzu dominanter und übertrieben selbstbewusster Ton ist für Personaler ein No-Go. Solche Bewerber wirken unsympathisch und ihre Bewerbungen hinterlassen den Eindruck einer überzogenen Selbstdarstellung. Prahlerei führt genauso wie Besserwisserei im Bewerbungsprozess zum vorzeitigen Aus. Beispiele wie diese sollten Sie im Anschreiben unbedingt vermeiden:

  • „Sie müssen mich einstellen, weil ich einfach der Beste bin!“ 
  • „Wenn Sie in Ihrer Marketingstrategie derzeit mit XXX arbeiten, haben Sie auf das falsche Pferd gesetzt, doch wenn Sie mich einstellen, helfe ich Ihnen wieder auf den richtigen Pfad zu kommen.“

Auf der anderen Seite sollten Sie aber auch nicht zu schüchtern sein. Untertreibungen und Zurückhaltung sind genauso schlecht, denn dann besteht wieder die Gefahr in der Masse der anderen Bewerber unterzugehen. Folgende Wörter und Formulierungen sollten Sie daher vermeiden:

  • nur
  • ich glaube/denke
  • eigentlich
  • möglicherweise/vielleicht/gegebenenfalls

Schluss 

Im Schlussteil haben Sie Raum, wichtige Zusatzinformationen zu platzieren. Darunter fallen:

  • Kündigungsfrist bzw. möglicher Eintrittstermin
  • Gehaltswunsch
  • Angebot  einer persönlichen Vorstellung

Tipp unserer Recruiter: Im Bewerbungsschreiben geben Sie Ihre Gehaltsvorstellungen nur an, wenn in der Stellenanzeige oder im Online-Bewerbungsformular danach verlangt wurde. In diesem Fall geben Sie lieber eine Spanne als eine konkrete Zahl an. So lassen Sie Verhandlungsspielraum und vermeiden, dass Sie möglicherweise aufgrund der konkreten Gehaltsvorstellung gleich ausgemustert werden, weil diese von Ihrem potentiellen Arbeitgeber nicht erfüllt werden kann. Ansonsten ist das Gehalt erst ein Thema für das Vorstellungsgespräch.

Berufseinsteiger, die nicht wissen, welches Gehalt Sie in der Bewerbung angeben sollen, können sich auf verschiedenen Plattformen im Internet über das angemessene Einsteigergehalt für die angestrebte Branche bzw. den angestrebten Job informieren. Informationen zur Angabe von Gehaltswünschen in Ihrer Bewerbung finden Sie unter: 

Ihre Gehaltsvorstellungen sollten Sie folgendermaßen formulieren:

  • „Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen xx.xxx und xx.xxx Euro brutto im Jahr."
  • „Aufgrund meiner Qualifikationen und Erfahrungen rechne ich mit einem Bruttojahresgehalt zwischen xx.xxx und xx.xxx Euro."

Ein gern gemachter Fehler in der Formulierung des letzten Satzes ist, den Konjunktiv zu verwenden. Der Konjunktiv schwächt den Satz ab! Solche Formulierungen sollten Sie für den letzten Satz lieber nicht verwenden:

  • „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“
  • „Ich wäre Ihnen sehr dankbar …“

Stattdessen orientieren Sie sich besser an diesen Formulierungsbeispielen für den Schlusssatz im Bewerbungsschreiben:

  • „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“
  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch!“
  • Für ein Vorstellungsgespräch ebenso wie zu einem Probearbeiten komme ich gerne zu Ihnen und freue mich über eine Einladung.“
  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch!“

Grußformel & Unterschrift

Zum Abschluss Ihres Bewerbungsschreibens verwenden Sie eine der üblichen Grußformeln:

  • „Mit freundlichen Grüßen“
  • „Mit besten Grüßen“

Darunter setzen Sie Ihre handschriftliche Unterschrift. Bei der Online-Bewerbung setzen Sie Ihre Unterschrift auf ein Papier und scannen dieses ein. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm schneiden Sie am PC die eingescannte Unterschrift aus und setzen das Bild unter die Grußformel Ihres Anschreibens.

Ein letzter Tipp: Nehmen Sie sich nach dem Schreiben der Bewerbung erneut etwas Zeit, um Rechtschreibfehler zu beseitigen und gegebenenfalls den ein oder anderen Satz noch einmal umzuformulieren. 


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