Das Bewerbungsanschreiben: So gelingen Betreffzeile und Einleitung

Lisa Scheffler - 07. Mai 2018 - Die perfekte Bewerbung, Bewerbung

Aller Anfang ist schwer. Das gilt zumindest in Bezug auf das Bewerbungsschreiben. An dieses und insbesondere an den allerersten Satz des Anschreibens werden von Seite des Unternehmens, bei dem Sie sich bewerben, große Ansprüche gestellt. Eine perfekte Einleitung soll interessant sein, neugierig machen und Sie von den anderen Bewerbern abheben. In unserem Beitrag geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie eine gute Einleitung formulieren und zeigen Ihnen die häufigsten Fehler auf, die Bewerber vermeiden sollten. 

Betreffzeile und Anrede

Ohne einen prägnant formulierten Betreff sollten Sie kein Anschreiben versenden. Denn der adressierte Personaler hat nicht die Zeit, Ihr Anschreiben zu lesen, um zu erfahren für welche Position Sie sich bewerben. So gilt es, in die Betreffzeile den Titel der Stellenanzeige zu schreiben, und sollte in der Stellenausschreibung eine Referenznummer angegeben sein, übernehmen Sie diese ebenfalls. Durch die Betreffzeile weiß ein Personaler Ihre Bewerbung besser einzuordnen.

  • Beispiel: Bewerbung für die Position als Buchhalter, Referenz 123

Auf die Betreffzeile folgt die Anrede. Generell finden Sie in den meisten Stellenanzeigen einen Ansprechpartner. Somit kommt es für Sie nicht in Frage, die unpersönliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu wählen. Selbst wenn kein Ansprechpartner auf der Stellenanzeige aufgeführt ist, gibt es Möglichkeiten diesen herauszufinden. Zeigen Sie dem Unternehmen, dass Sie wirkliches Interesse an der Position haben, indem Sie im Unternehmen anrufen und den jeweiligen Ansprechpartner ausfindig machen. Ist dieser aktuell nicht zu erreichen, so wird Ihnen ein Mitarbeiter den Namen mitteilen und Sie haben schon einen Aufhänger für Ihren ersten Satz des Anschreibens. Denn jetzt standen Sie bereits mit dem Unternehmen in Kontakt und konnten einen ersten Eindruck hinterlassen – ein entscheidender Vorteil für Sie.

Einleitung

In der Einleitung Ihres Anschreibens gilt es, die Aufmerksamkeit des Lesers zu erhalten und in Interesse oder sogar Neugierde umzuwandeln. Nur dann wird Ihr Bewerbungsanschreiben bis zum Ende gelesen. Ein Grund dafür ist, dass sich Unternehmensvertreter immer weniger Zeit zum Lesen einer Bewerbung lassen. Es ist also wichtig, dass Sie dem zuständigen Personaler in der Einleitung so schnell wie möglich die relevanten Informationen geben. Dazu versetzen Sie sich am Besten selbst in die Situation des Personalers und fragen sich, was Sie als erstes über einen Bewerber erfahren möchten.

In der Regel sollten die folgenden Fragen überzeugend beantwortet werden:  

  • Sind Sie für die ausgeschriebene Stelle geeignet?
  • Warum sollte man Sie für die Stelle auswählen?

Tipp unserer Recruiter: Behalten Sie das Anforderungsprofil der Stellenanzeige im Auge und bedienen Sie die Kompetenzen, die auf Sie zutreffen. Geben Sie keine Qualifikationen oder Erfahrungen an, die Sie nicht besitzen oder die nicht gefordert werden.

Der erste Satz ist entscheidend

In diesem Zusammenhang hat der erste Satz des Anschreibens für Personaler einen besonders hohen Stellenwert. Denn eine gute Bewerbung beginnt bereits hier, aus der Masse der Bewerbungen anderer Bewerber herauszustechen. Für einen gelungenen Einleitungssatz können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Schreiben Sie, warum Sie das Unternehmen beziehungsweise die Stelle fasziniert, eine Aussage über Ihre Person, Ihre Motivation, oder Ihre Fähigkeiten.

Vermeiden Sie daher floskelartige Einstiegssätze wie:

  • „hiermit bewerbe ich mich…“
  • „anbei erhalten Sie meine Bewerbungsunterlagen...“
  • „bezugnehmend auf die Stellenausschreibung in … vom ...“
  • „mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen und sende Ihnen hiermit meine Bewerbung zu.“

Diese Sätze erregen keine große Aufmerksamkeit und es besteht geringe Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Anschreiben bis zum Ende gelesen zu wird. Zudem sind solche Phrasen überflüssig, da aus dem Betreff hervorgeht, dass Sie sich bewerben. Eine Tatsache zu erwähnen, die allen klar ist, wäre nur Verschwendung von Platz, der in einem Bewerbungsschreiben sowieso knapp bemessen ist.

Möglichkeit 1 für einen Einleitungssatz:

Der perfekte Einleitungssatz ergibt sich beispielsweise aus der Bezugnahme auf Ihr vorangegangenes Telefonat mit dem Ansprechpartner, in dem Sie sich über die Stelle erkundigt haben. Dies ist ein sehr guter Türöffner, wenn Sie gleich am Anfang eine persönliche Assoziation hervorrufen können. Er ist dann aufmerksamer für den weiteren Text Ihres Anschreibens. 

  • Beispiel: „Sehr geehrte Frau Müller,

 als Sie in unserem freundlichen Telefonat vergangenen Dienstag in Bezug auf Ihr Stellengesuch „Bilanzbuchhalter International" die aktuellen Herausforderungen Ihres Unternehmens bei der Umstellung Ihrer Bilanzierung auf IFRS erwähnten, wäre ich am Liebsten gleich ins Fachgespräch eingestiegen. Denn das ist genau das Thema, welches mich in meiner aktuellen Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter International beschäftigt und mich zukünftig auch beruflich herausfordern soll.“

Möglichkeit 2 für einen Einleitungssatz:

Ein gelungenes Anschreiben kann auch mit einem persönlichen Einstieg beginnen. Formulieren Sie beispielsweise einen Bezug zwischen Ihnen und dem Unternehmen und beschreiben Sie, worin Ihre Motivation liegt, sich bei diesem und keinem anderen Unternehmen für einen neuen Job zu bewerben.

  • Beispiel: „Sehr geehrter Herr Mustermann,

Sie suchen jemanden, der Markttrends erkennt und Absatzpotentiale lokalisiert? Als erfahrener Sales Manager ist genau das mein Markenzeichen. Zum Beispiel habe ich …"

Möglichkeit 3 für einen Einleitungssatz:

Wenn Sie in Ihrer Bewerbung etwas wagen wollen, können Sie Ihren Ansprechpartner auch mit etwas Außergewöhnlichem überzeugen. Versuchen Sie etwas unkonventionelles, wodurch Sie aber sicher sein können, (positiv) in Erinnerung zu bleiben. Dies ist jedoch meist ein sehr schmaler Grat, sodass Sie sich hierbei nicht zu weit aus dem Fenster lehnen sollten.

  • Beispiel:  „Sehr geehrter Herr Mayer,

Ihre Stellenanzeige hat mich gerade deswegen fasziniert, weil ich sofort wusste, dass das die neue Herausforderung ist, die ich suche. In Ihrem Unternehmen sehe ich Möglichkeiten, die ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber nicht habe. Außerdem kann ich Ihnen mehr bieten als nur eine Ausbildung zum Buchalter und die wichtigen Soft Skills, die für diesen Job unerlässlich sind. Mich kennzeichnet außerdem …“

Tipp unserer Recruiter: In der Einleitung sowie im restlichen Anschreiben sollten Sie darauf achten, den richtigen Ton zu treffen. Ihre Formulierungen sollten daher weder zu selbstbewusst noch zu vorsichtig ausgedrückt sein. Beides kommt bei Arbeitgebern nicht gut an.


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