Das Bewerbungsanschreiben: Diese Grundregeln sollten Sie beachten

Maren Kräft - 19. April 2018 - Die perfekte Bewerbung, Bewerbung

Das Bewerbungsanschreiben ist das wichtigste Dokument Ihrer Bewerbung und das erste nach dem Deckblatt. Das heißt, wenn Ihnen hier bereits in der Gestaltung oder im Fließtext grobe Schnitzer unterlaufen oder Sie es nicht schaffen, den Personaler mit dem Anschreiben neugierig zu machen, hinterlassen Sie als Bewerber keinen positiven Eindruck. Nicht selten landen Bewerbungsunterlagen nach einem nicht gut gelungenen Anschreiben direkt auf dem „Vielleicht“-Stapel, wenn nicht sogar auf dem „Nein“-Stapel. Für ein Vorstellungsgespräch kommen Sie dann in der Regel auch nicht mehr in Frage.

Das Anschreiben ist die Kür Ihrer Bewerbung

Die Ansprüche an ein perfektes Bewerbungsschreiben sind hoch. Daher sollten Sie im Anschreiben darauf verzichten, Ihren stichpunktartigen Lebenslauf auszuformulieren, denn so stechen Sie mit Ihrer Bewerbung nicht aus der Masse heraus. Stattdessen müssen Sie die Anforderungen der Stellenanzeige in Einklang mit Ihren Kompetenzen bringen, um den Personaler zu überzeugen. Dabei sollten Sie im Anschreiben allerdings keine Punkte ansprechen, die sich nicht im Lebenslauf wiederfinden. Zudem sollten neben Fakten auch die eigene Persönlichkeit und Ihre sozialen Kompetenzen, die sogenannten Soft Skills, zum Ausdruck kommen.

Bitte beachten Sie, dass Sie unsere vorgeschlagenen Formulierungen nicht 1:1 übernehmen. Auch Personaler kennen Bewerbungsratgeber! Betrachten Sie unsere Beispielsätze nur als Inspirationen für Ihr eigenes, individuelles Anschreiben.

Tipps & Formulierungshilfen

Personaler nehmen sich durchschnittlich kaum mehr als eine Minute Zeit für das Bewerbungsanschreiben. Ihr Anschreiben sollten Sie daher gut lesbar und leicht verständlich formulieren. Der Leser ist generell dankbar für Beispiele, eine Prise Humor und Prägnanz.

Im Anschreiben Ihrer Bewerbung stellen Sie heraus, warum Sie sich auf die ausgeschriebene Stelle bewerben (Ihre Motivation), warum Sie die/der Richtige für diesen Job sind (Ihre Qualifikation) und warum der potenzielle Arbeitgeber Sie und keinen anderen Bewerber einstellen sollte. Bei Letzterem geht es um das Matching zwischen Ihren Alleinstellungsmerkmalen und den Interessen des Unternehmens. Damit diese Argumentation im Anschreiben gelingt, ist es unerlässlich, dass Sie sich nicht nur mit Ihren eigenen Fähigkeiten und Zielen, sondern auch mit denen des Unternehmens gründlich auseinandergesetzt haben. Ein gutes Anschreiben ist also nicht in ein paar Minuten geschrieben. Wir empfehlen Ihnen, sich mindestens einen Tag mit dem Formulieren Zeit zu lassen.

Grundsätzlich sollten Sie für eine fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik in Ihrem Bewerbungsanschreiben sorgen und nicht mehr als eine DIN-A4-Seite schreiben. Somit ist es relevant, dass Sie zügig auf den Punkt kommen. Vermeiden Sie also belanglose Formulierungen wie diese:

  • „Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre interessante Stellenausschreibung XY."
  • „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen und bewerbe mich nun auf diese."
  • „Ich bin teamfähig und kommunikativ.“ 

Versuchen Sie außerdem über das gesamte Anschreiben hinweg unnötige Ich-Wiederholungen zu umgehen und achten Sie auf knappe, prägnante Sätze. Lange, verschachtelte Sätze erschweren das Lesen für den Personaler.

Tipps für ein leserfreundliches Bewerbungsschreiben:

1. Zerschlagen Sie Sätze mit mehr als 14 Worten.

2. Ersetzen Sie passive durch aktive Sätze. 

  • Schlecht: Nach drei Jahren als Finanzbuchhalter wurde ich zum Bilanzbuchhalter befördert.
  • Besser: Nach drei Jahren als Finanzbuchhalter stieg ich zum Bilanzbuchhalter auf.

3. Verwenden Sie Verben anstelle von Substantiven.

  • Schlecht: Meine Aufgaben bestehen in der Kontierung und Buchung der Eingangsrechnungen.
  • Besser: In meiner derzeitigen Position kontiere und buche ich routiniert die Eingangsrechnungen.

4. Vermeiden Sie Wortwiederholungen und setzen stattdessen Synonyme ein.

  • Synonyme-Datenbanken im Internet wie woxikon.de, wortschatz.uni-leipzig.de helfen dabei.

5. Streichen Sie unnütze Vorsilben:

  • Schlecht: insbesondere, auswählen, allerbesten etc.
  • Besser: besonders, wählen, besten etc. 

Tipp unserer Recruiter: Lassen Sie Ihr Bewerbungsanschreiben von mindestens einer Person Korrektur lesen. Vertrauen Sie nicht ausschließlich auf die Word-Rechtsschreibprüfung!

Beim Erstellen einer professionellen Bewerbung ist jedoch nicht nur der Inhalt, sondern auch ein stimmiges Layout und der richtige Aufbau entscheidend.

Layout

Mit Ihrem Layout bestimmen Sie Format, Schriftgröße, Schriftart und Farbe Ihres Bewerbungsschreibens. Außerdem gilt es hier, für eine übersichtliche formale Gestaltung zu sorgen. Überladen Sie Ihr Word-Dokument also zum Beispiel nicht mit unnötigen Schnörkeln oder Bildern.

Schriftart 

Verwenden Sie eine schnörkellose, klare Schrift  wie Arial, Times New Roman, Calibri oder Georgia, wobei Serifenschriften (Times, Georgia) in einem Fließtext besser lesbar sind.

Schriftgröße und Schriftfarbe

Die Größe der Schrift sollte sich zwischen 11pt (Arial) und 12 pt (Times) bewegen. Die Schriftfarbe ist immer Schwarz auf weißem Papier.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Formatierungen, Schriftarten und -größen im Anschreiben und Lebenslauf gleich sind.

Aufbau

Der formale Aufbau für eine Bewerbung sollte strukturiert und DIN-Norm-gerecht sein. Beachten Sie für den Aufbau Ihres Anschreibens auch die DIN 5008.

So bauen Sie ein DIN-konformes Bewerbungsanschreiben von oben nach unten auf:

1. Briefkopf mit Absender bestehend aus: 

  • Ihrem Namen, Ihrer Adresse, E-Mail-Adresse, der Telefonnummer, unter der Sie am besten erreichbar sind

2. Empfängeradresse

  • Firmenname, Vor- und Nachname des Ansprechpartners im Unternehmen, Adresse

3. Aktuelles Datum

4. Betreff 

  • Maximal 2 Zeilen lang und so konkret formuliert wie möglich 
  • Stellenbezeichnung und Referenznummer (wenn vorhanden), zum Beispiel: „Bewerbung für die Position als Buchhalter, Referenz 1234"
  • In Fett formatieren

5. Anrede 

  • Verwenden Sie eine persönliche Anrede: „Sehr geehrte Frau Müller,"
  • Vermeiden Sie die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,"

6. Text des Bewerbungsschreibens bestehend aus: 

  • Einleitung: Ein erster Satz, der Interesse weckt: Warum sollte man Sie für die Stelle auswählen?
  • Hauptteil: Mit welchen Kompetenzen (Ausbildung, Abschluss, frühere Arbeitgeber etc.) und welcher beruflichen Erfahrung können Sie für die Position aufwarten? 
  • Schluss: Wann ist Ihr frühestmöglicher Eintrittstermin auf die angestrebte Stelle? Was soll mit Ihrer Bewerbung geschehen? Fordern Sie zum Handeln auf (Sie freuen sich auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch im Unternehmen)!

7. Grußformel 

  • „Mit freundlichen Grüßen"
  • „Mit besten Grüßen"

8. Handschriftliche Unterschrift 

  • Bei der Online-Bewerbung, wie zum Beispiel der E-Mail-Bewerbung, setzen Sie Ihre Unterschrift auf ein Papier und scannen dieses Papier ein. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm schneiden Sie am PC die eingescannte Unterschrift aus und setzen das Bild unter die Grußformel Ihres Bewerbungsanschreibens.

9. Anlagen  

  • Lediglich das Wort ,,Anlagen" unter Ihrer Unterschrift genügt 
  • Die Anlagen werden nicht aufgezählt

Tipp unserer Recruiter: Wenn Sie den persönlichen Ansprechpartner für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, nicht namentlich kennen, rufen Sie unbedingt in dem Unternehmen an, um diesen zu erfragen. Ein kurzer Anruf eignet sich zudem hervorragend als erste Kontaktaufnahme zu Ihrem Ansprechpartner. Bereits hier können Sie als Bewerber einen positiven ersten Eindruck für Ihre folgende Bewerbung hinterlassen, Sympathie aufbauen, eventuell erste Fragen klären und zusätzliche Informationen gewinnen, die Ihnen für Ihre schriftliche Bewerbung nützlich sein können.


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