Erfolgreiche Teamarbeit: Gemeinsam sind wir stark

Können Sie sich noch an die Stellenausschreibung Ihres aktuellen Jobs erinnern? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stand Teamfähigkeit auf der Liste der persönlichen Fähigkeiten. Schließlich wird Teamwork in den meisten Unternehmen großgeschrieben. Der Begriff steht häufig für eine höhere Produktivität, bessere Ergebnisse und schnelle Fortschritte. Personaler suchen also keine Einzelkämpfer, sondern Bewerber, die ihre Stärken gut im Team ausspielen. Doch was bedeutet es überhaut teamfähig zu sein? Und was ist das Geheimnis eines gut funktionierenden Teams?

Fünf Voraussetzungen, damit Teams entstehen können

  1. Eindeutige Ziele
    Allen Teammitgliedern muss klar sein, was sie gemeinsam erreichen möchten. Dafür braucht es ein konkretes Ziel. Nur so können alle gemeinsam an einem Strang ziehen und die gleiche Richtung einschlagen.

  2. Klare Aufteilungen von Aufgaben und Kompetenzen
    Jeder im Team sollte wissen, was seine Aufgabe ist und bis wann er diese zu erledigen hat. Ebenso sollten alle Teammitglieder über die Aufgaben und Verantwortungsbereiche ihrer Kollegen informiert sein.

  3. Teamleiter, der akzeptiert wird
    Jedes Team benötigt einen Leiter, den alle Mitglieder annehmen. Seine Aufgabe ist es, Verantwortung zu übernehmen, das große Ganze im Blick zu behalten und das Team zu führen.

  4. Kontinuierliche Kommunikation
    Damit alle Teammitglieder über die Tätigkeiten der anderen informiert sind, ist eine funktionierende Kommunikation das A und O. Nur wenn das Team im ständigen Kontakt miteinander steht und sich über Informationen austauscht, ist es in der Lage, Leistungen zu erbringen.

  5. Unterschiedliche Charaktere
    Für neue Ideen braucht ein Team unterschiedliche Persönlichkeiten. Die Reibungspunkte sind zwar höher, die Ideen aber auch besser.

Die verschiedenen Teamrollen im Überblick

Für den Teamerfolg ist nicht der Scharfsinn eines Einzelnen ausschlaggebend, sondern vielmehr wie sich die einzelnen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen im Team ergänzen und beeinflussen. Entscheidend sind demnach ihre Teamrollen. Dies fand der britische Psychologieprofessor Dr. Meredith Belbin in den 70er Jahren heraus. Nach Belbin arbeiten Teams am effektivsten, wenn sie aus einer Vielzahl heterogener Persönlichkeiten bestehen.
In seinem Modell unterscheidet er zwischen neun verschiedenen Rollen. Vielleicht finden Sie sich in einer davon wieder.

Teamrolle Aufgabe im Team Charaktereigenschaften
Macher Er hat Mut, Hindernisse zu überwinden und spornt andere zum Handeln an. Der Macher ist dynamisch und kann gut unter Druck arbeiten. Eine Schwäche von ihm ist seine Ungeduld.
Umsetzer Er setzt Konzepte in durchführbare Arbeitspläne um und arbeitet an deren Aufbau. Der Umsetzer ist diszipliniert, zuverlässig und effektiv, aber auch unflexibel.
Perfektionist Der Perfektionist vermeidet Fehler, kümmert sich um die Details und stellt optimale Ergebnisse sicher. Er ist gewissenhaft, pünktlich, und sorgfältig, aber auch zaghaft und delegiert nicht gern.
Koordinator Er fördert Entscheidungsprozesse, setzt Ziele und Prioritäten. Zudem weist er auf Problemstellen hin. Der Koordinator ist selbstsicher und vertrauensvoll. Manchmal delegiert er aber auch persönliche Aufgaben.
Teamarbeiter Der Teamarbeiter verbessert die Kommunikation und baut Konfliktsituationen ab. Er ist sympathisch, diplomatisch und sensibel. Eine Schwäche von ihm ist seine Unentschlossenheit.
Wegbereiter Der Wegbereiter ist der Netzwerker im Team, der nützliche Kontakte herstellt und nutzt. Er ist kommunikativ, enthusiastisch und extrovertiert. Zudem neigt er dazu vom Kernthema abzuschweifen.
Erfinder Er denkt quer und bringt neue Ideen ein. Probleme packt der Erfinder unkonventionell an und sucht nach alternativen Lösungen. Der Erfinder zeichnet sich durch unorthodoxes Denken und Kreativität aus. Allerdings ignoriert er formale Vorgaben.
Beobachter Der Beobachter untersucht alle Vorschläge auf deren Umsetzbarkeit. Er ist strategisch und analytisch. Teamkollegen empfinden ihn manchmal taktlos.
Spezialist Aufgabe des Spezialisten ist es, aktuelles Fachwissen zu liefern und zu steuern. Im Team ist er engagiert und selbstbezogen. Allerdings verliert er sich oft in technischen Details.

Die vier Phasen der Teamentwicklung

Ähnlich einer Sportmannschaft muss auch ein Team erstmal zusammenwachsen. Die Teammitglieder sollten die Möglichkeit haben, sich zu orientieren, Konflikte auszuleben und diese zu beseitigen, Kompromisse zu schließen und sich zu integrieren. In diesem Prozess durchlaufen sie verschiede Phasen. Ein bekanntes Modell ist auf den US-amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman zurückzuführen. Laut Tuckman wächst ein Team innerhalb dieser vier typischen Phasen zusammen:

1.    Forming (Findungsphase)

  • Höflicher Umgangston, vorsichtiges abtasten der anderen Teammitglieder
  • Wenig Vertrauen, Wissen wird nicht geteilt
  • Zielsetzung und Rollenverteilung sind noch unklar


2.    Storming (Streitphase)

  • Erste Konflikte brechen aus
  • Abwegen zwischen eigener Meinung und den Interessen der anderen Mitglieder
  • Der Leiter muss das Team zusammenhalten


3.    Norming (Organisationsphase)

  • Kooperation auf einer soliden Basis
  • Klare Rollenverteilung und Verantwortung
  • Das Team wächst zusammen
  • Ein Wir-Gefühl entsteht


4.    Performing (Leistungsphase)

  • Zielerreichung liegt im Fokus
  • Ein echter Mehrwert entsteht
  • Die unterschiedlichen Charaktere werden als Stärke verstanden und auch so eingesetzt

Ja, wir schaffen das! Das sollten Teamplayer mitbringen:

Sie möchten die Teamarbeit in Ihrer Abteilung verbessern? Wir verraten Ihnen, welche Eigenschaften ein Teamplayer benötigt.

Als Teamplayer sollten Sie….

…zuverlässig sein.
Zuverlässigkeit ist für eine gute Teamarbeit unabdingbar. Nur wenn sich Ihre Kollegen zu 100 Prozent auf Sie verlassen können und wissen, dass Sie Ihre Aufgaben sorgfältig erledigen, kann die Zusammenarbeit auf Dauer funktionieren.

…engagiert sein.
Als Teamplayer behalten Sie das Ziel fest im Blick und setzten sich ständig dafür ein, es zu erreichen. Kurzum: Sie geben während der gesamten Projektphase Ihr Bestes.

…einen langen Atem besitzen.
Wie bereits erwähnt, durchläuft jedes Team verschiedene Phasen. Das ist mitunter anstrengend und beansprucht viel Zeit. Beweisen Sie Durchhaltevermögen. Ihre Einstellung wird sich positiv auf Ihre Kollegen auswirken.

…kritikfähig sein.
Feedback zu Ihrer eigenen Arbeit ist wichtig, auch wenn es kritisch ausfällt. Denn nur so entwickeln Sie sich weiter. Sobald Sie die Verbesserungsvorschläge Ihrer Kollegen annehmen, wirkt sich das nicht nur positiv auf Ihre Arbeit aus, sondern auch auf das Gesamtergebnis.

…die eigene Meinung vertreten und dennoch kompromissbereit sein.
Diskussionen sind anstrengend, lassen sich in der Teamarbeit jedoch nicht vermeiden. Auch wenn Sie sich mit Ihren Kollegen anfangs im Kreis drehen, bleiben Sie standhaft. Denn erst durch die unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen entwickelt sich aus der anfänglichen Idee ein funktionierendes Konzept. Lassen Sie aber auch Ihre Teammitglieder zu Wort kommen und schenken Sie anderen Standpunkten ein offenes Ohr. Wenn Sie bereit sind, Kompromisse zu schließen, steht der gemeinsamen Zielführung nichts mehr im Wege.