Tipps zum Lebenslauf

Daran müssen Sie denken, um mit Ihrem Lebenslauf zu punkten

Beim Erstellen einer Bewerbungsmappe zerbrechen sich viele den Kopf über das Bewerbungsanschreiben. Wie finden Sie die richtigen Worte dafür, dass Sie den Job unbedingt haben wollen, ohne zu übertreiben? Den Lebenslauf hingegen unterschätzen Sie, wenn Sie denken, dass der Lebenslauf schnell gemacht ist. Nach dem Motto: "Da brauche ich ja bloß die Fakten und Daten meines bisherigen beruflichen Werdegangs aufzuzählen." Doch das ist ein großer Fehler, denn der Curriculum Vitae (CV) ist mehr als nur die Auflistung von Berufserfahrungen. Durch einen gut strukturierten Lebenslauf werden Sie als Bewerber ganz schnell zum perfekten Kandidaten!

Oft greifen Personalentscheider zuerst zum Lebenslauf

Obwohl chronologisch gesehen zuerst das Anschreiben kommt, schauen sich viele Personalentscheider zuerst den Lebenslauf an. Dies liegt daran, dass er einen sehr schnellen Überblick über Qualifikationen und Erfahrungen der Kandidaten gibt. Wenn für eine Stelle harte Fakten gefordert werden, wie z. B. der IHK-Abschluss Bilanzbuchhalter oder Führungserfahrung, kann es leider sein, dass Kandidaten nach Sichtung des Lebenslaufs sofort aussortiert werden, wenn die gewünschten Anforderungen nicht gegeben sind. Das Bewerbungsanschreiben wird dann unter Umständen gar nicht mehr beachtet. 

Immer ehrlich sein! Keine Lücken verschleiern.

Genauso wie für das Anschreiben gilt im Lebenslauf absolute Ehrlichkeit. Sie haben eine Ausbildung oder ein Studium abgebrochen oder sich nach der Ausbildung erstmal ein halbes Jahr eine Auszeit genommen, um durch die Welt zu reisen? Stehen Sie zu diesen Entscheidungen in Ihrem Leben, anstatt sie mit falschen Angaben zu verschleiern! Erstens fällt dies einem gut geschulten Personaler sofort auf. Zweitens kann Ihnen ein  zu „glatter“ Lebenslauf bei bestimmten Jobs oder in bestimmten Branchen, auch negativ ausgelegt werden. Positiv ausgedrückt: Überlegen Sie sich im Hinblick auf ein mögliches  Vorstellungsgespräch lieber, was Sie aus diesen Erfahrungen gelernt und vielleicht sogar an Kompetenzen gewonnen haben. Vielleicht sind darunter genau die Schlüsselfähigkeiten, die Ihr Wunscharbeitgeber an seinem zukünftigen Mitarbeiter sucht und die Sie von den anderen Bewerbern unterscheiden!

Gehören Hobbys in den Lebenslauf?

Passen Ihre Hobbys zur Position oder zum Unternehmen? Wenn Sie sich als Softwareentwickler in der Gameindustrie bewerben und Sie in Ihrer Freizeit  leidenschaftlich gerne Computerspiele spielen und vielleicht sogar programmieren, dann gehören Ihre persönlichen  Interessen selbstverständlich in den Lebenslauf. Oder Sie möchten mit Ihrer Freizeitbeschäftigung einen bestimmten Charakterzug von Ihnen unterstreichen, der Ihnen für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, wichtig erscheint (z. B. Hilfsbereitschaft).  Auch dann ist es sinnvoll, dies mitaufzunehmen.

Tabus

Verzichten Sie im Lebenslauf auf irrelevante Informationen die den Beruf nicht betreffen, dadurch vermeiden Sie unnötigen Leseballast. Als veraltet gilt es, die Berufe der Eltern aufzuführen. Es sei denn, Sie untermauern damit Ihre Motivation für Ihren gewählten Beruf.  Gehaltsvorstellungen oder politische und religiöse Ansichten haben ebenso nichts im Lebenslauf zu suchen. Anders verhält es sich, wenn Sie zum Beispiel mit Ihrem  ehrenamtlichen Engagement in einer kirchlichen Einrichtung bestimmte Fähigkeiten oder Kompetenzen betonen wollen.

Wichtige Punkte für die Gestaltung des Lebenslaufs

Aufbau

Lebensläufe sind in tabellarischer Form standardisiert. Auf der linken Seite stehen die Zeitangaben und rechts die Fakten. Es reicht ein gut strukturierter und informativer Lebenslauf, ohne viel optische Ausschmückung oder Formatierung. Vor allem für Bewerber mit Berufserfahrung ist es üblich, den CV umgekehrt chronologisch aufzubauen. Das heißt, Ihre aktuellste Berufserfahrung kommt zuerst und Ihre Schulbildung am Ende Ihres beruflichen Werdegangs. 

Inhalt

Ihren Lebenslauf beginnen Sie mit Ihren persönlichen Angaben, wie Kontaktdaten, Geburtsdatum- und ort. Anschließend legen Sie Ihren beruflichen dann schulischen Werdegang  lückenlos dar. Teilen Sie Ihren Lebenslauf in sinnvolle Abschnitte auf, beispielsweise:

  • Beruflicher Werdegang
    • Zeitraum, Funktion, Unternehmen
    • Tätigkeiten
  • Ausbildung (Abschlussnote nur wenn mind. Gut) oder Praktika
  • Studium
    • Zeitraum, Fachrichtung, Schwerpunkte (Abschlussnote nur wenn mind. Gut)
  • Schulbildung
    • Höchster Abschluss  (Abschlussnote nur wenn mind. Gut) 
  • Nebentätigkeiten (wenn relevant)
  • EDV-Kenntnisse
  • Sprachen
  • Weiterbildung (wenn thematisch relevant und nicht veraltet)
  • Auslandserfahrung (wenn vorhanden)

Zeitangaben

Im Normalfall reichen Monats- und Jahresangaben, wie zum Beispiel:

06/2015 – 07/2015  Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter

08/2012 – 07/2015  Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement

Länge

Sie fragen sich, wie lang Ihr Lebenslauf sein sollte? Generell gilt: In der Kürze liegt die Würze! Ein bis zwei Seiten sind optimal, wobei die Länge allerdings auch von der Berufserfahrung abhängt. Wenn Sie Berufseinsteiger sind, sollten Sie mit einer – maximal zwei Seiten – auskommen. Wenn Sie schon 30 Jahre im Berufsleben stehen und Sie Ihre fachliche Expertise zum Ausdruck bringen wollen, können es auch drei Seiten werden. 

Schluss

Ort, Datum und Ihre  Unterschrift markieren den Schluss Ihres Lebenslaufs. Hiermit  bestätigen Sie, dass die von Ihnen gemachten Angaben im Lebenslauf der Wahrheit entsprechen.  Abgesehen davon, dass falsch gemachte Angaben in der Regel spätestens im Bewerbungsgespräch auffliegen, können diese aber auch noch nach der Probezeit zu einer fristlosen Kündigung führen.