Rechtssichere Vertragsgestaltung

Eine korrekte Gestaltung der Verträge in den jeweiligen Konstellationen (Drei- bzw. Zwei-Personen-Verhältnis) ist unabdingbare Voraussetzung, um Einsätze von Interim Managern rechtssicher durchführen zu können. Hierbei können allerdings die zuvor ausgearbeiteten Vertragsgestaltungen und die spätere Durchführung des Vertragsverhältnisses vor Ort wie beschrieben auseinanderfallen, so dass in diesem Fall immer die Gesamtschau der tatsächlichen Durchführung des jeweiligen Projektes maßgeblich ist. Einen allgültigen Vertrag kann es im Interim Management jedoch nicht geben. Die Verträge müssen projektbezogen jeweils neu angepasst werden. Einzelne Punkte sollten allerdings in keinem Vertrag fehlen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich jedoch an dieser Stelle nur auf den zu schließenden Dienstvertrag zwischen dem Einsatzunternehmen und dem Interim Manager im Zwei-Personen-Verhältnis:

  • Insbesondere zur Vermeidung späterer Streitigkeiten oder gar von Rechtsnachteilen ist das Projekt genau zu bezeichnen (z. B. „Einführung und Rollout SAP R3“) und in einer als Anlage beizufügenden Projektbeschreibung detailliert zu spezifizieren. Absolut prioritär sind die Regelungen zur Auftragsdurchführung vor Ort. Man muss festhalten, dass der Interim Manager eben gerade nicht in die Arbeitsorganisation des Einsatzunternehmens eingebunden werden darf. Folgende Vereinbarungen sollten diesbezüglich möglichst getroffen werden.
  • Der Auftragnehmer (Interim Manager) führt den Auftrag selbstständig und in eigener unternehmerischer Verantwortung durch.
  • Er unterliegt bezüglich der Durchführung des Auftrags keinerlei Weisungsrechten des Auftraggebers.
  • Er ist zudem keinen – wie auch immer gearteten – arbeitsrechtlichen Weisungsrechten hinsichtlich seiner Arbeitszeit und des Arbeitsortes unterworfen. Davon unberührt bleibt jedoch das Recht des Kunden, hinsichtlich der Erreichung der einzelnen Projektziele, Termine zu setzen und das Arbeitsergebnis des Projektmanagers auch während der Laufzeit des Projekts Qualitätskontrollen zu unterziehen.
  • Der Auftragnehmer ist nicht verpflichtet, seine vertraglichen Verpflichtungen höchstpersönlich zu erbringen. Er ist frei darin, auch ebenso qualifizierte Dritte zur Auftragsdurchführung einzusetzen. Hierzu benötigt er die Zustimmung des Auftraggebers, der diese jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern kann (z. B. wenn der einzusetzende Dritte nicht über die erforderliche Qualifikation und/oder Berufserfahrung verfügt, welche für die Durchführung des Auftrags notwendig ist).
  • Der Auftragnehmer verwendet grundsätzlich nur seine eigenen Arbeitsmittel (Büro, Computer, PKW, Telefon usw.) und bekommt diese nicht vom Auftraggeber gestellt, es sei denn, interne Richtlinien (bspw. zum Datenschutz) lassen keine andere Vorgehensweise zu.
  • Er arbeitet ausdrücklich und ausschließlich nur bezüglich der Projektzielerreichung mit Mitarbeitern des Einsatzunternehmens zusammen.
  • Der Auftragnehmer nimmt nicht an Personalgesprächen sowie internen Meetings des Einsatzunternehmens teil, soweit das Projekt nicht betroffen ist.
  • Wie bereits dargestellt, spricht die Tatsache, dass ein Interim Manager zeitgleich für mehrere Auftraggeber tätig ist, sicherlich eher dafür, dass es sich um einen Selbstständigen als um einen Arbeitnehmer handelt. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, vertraglich festzuhalten, dass der Auftragnehmer jederzeit und auch während der Projektlaufzeit berechtigt ist, für weitere Auftraggeber andere Tätigkeiten durchzuführen. Die Durchführung des vereinbarten Projekts sollte jedoch nicht durch andere Tätigkeiten beeinträchtig oder gar gefährdet werden.

 

Ferner sind u. a. zu regeln:

  • Haftung des Auftragnehmers,
  • Vertragsdauer und Kündigung,
  • Vergütung,
  • Vertraulichkeit und Datenschutz,
  • Ausschluss eines Arbeitsvertrags.