Umstände in der Person des Interim Managers

Für eine Selbstständigkeit spricht, wenn der Interim Manager bereits seit längerer Zeit und bestenfalls auch im Verlauf des zu begutachtenden Projekts parallel für mehrere Auftraggeber und werbend am Markt tätig ist oder sogar selbst Angestellte beschäftigt (so auch ErfKomm/Preis, § 611 BGB, Rdnr. 55.). Es gilt, eine Gesamtschau aller Umstände anzustellen und die Indizien zu werten. Eine Einordnung als abhängige Beschäftigung hat für das Unternehmen bzw. den Service Risiken zur Folge:

Zunächst ist auf ein als abhängige Beschäftigung eingestuftes Projekt das KSchG anwendbar, so dass sich der Interim Manager gegen die Beendigung des „Arbeitsverhältnisses“ wehren kann. Im Rahmen dieser Kündigungsschutzklage wird inzident erneut geprüft, ob ein Arbeitsverhältnis besteht (Dahl/Riedel, a. a. O., S. 150) – teilweise enorme Abfindungszahlungen sind die Folge.  Neben individualarbeitsrechtlichen Risiken sind auch die kollektivarbeitsrechtlichen Folgen zu beachten. Von zentraler Bedeutung kann dies werden, wenn man mehrere – in der Praxis teilweise hunderte – Selbstständige beschäftigt. Erhöht sich dann durch die Entscheidung der Behörden die Arbeitnehmerzahl des Unternehmens, können betriebsverfassungsrechtliche Schwellenwerte überschritten werden. Es bleibt im Übrigen natürlich dem Interim Manager überlassen, ob er im Drei-Personen-Verhältnis den Provider oder das Einsatzunternehmen verklagt.