Arbeitnehmerüberlassung und Interim Management

Die Arbeitnehmerüberlassung ist ein vertragliches Dreiecksverhältnis in dessen Rahmen ein Personaldienstleister (Verleiher) einen Arbeitsvertrag mit dem Zeitarbeitnehmer schließt und selbigen auf der Grundlage eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags an ein Einsatzunternehmen (Entleiher) überlässt. Der Zeitarbeitnehmer erbringt seine Arbeitsleistung im Betrieb des Entleihers. Das arbeitgeberseitige Weisungs- und Direktionsrecht geht insoweit auf den Entleiher über, als dieser dies zur Steuerung des Arbeitseinsatzes benötigt (vgl. Dahl/Dreyer/von der Planwitz/von Rundstedt, Personaldienstleister in Deutschland, 1. Aufl., 2009, S. 40). In Abgrenzung zu anderen Dienstleistungen drittbezogenen Arbeitseinsatzes wird der Zeitarbeitnehmer bewusst nicht nur beim Entleiher tätig, sondern auch in dessen Betriebsablauf eingegliedert.

Definition – Interim Management

Interim Management hingegen ist die „befristete Wahrnehmung von Management- und Führungsaufgaben in einem Unternehmen als kurzfristige Reaktion auf Sondersituationen der Unternehmensentwicklung oder aufgrund der kurzfristigen Notwendigkeit von qualifiziertem Spezialwissen im Managementbereich“ (Haag/Tiberius, NZA 2004, S. 190, 191). Mit zeitlich befristeten Einsätzen von Interim Managern wird der Grundgedanke der Arbeitnehmerüberlassung auf Führungs- bzw. Spezialaufgaben übertragen. Eine Rekrutierung zur Festanstellung von Führungskräften bzw. spezialisierten Projektmanagern für einen Zeitraum von beispielsweise sechs Monaten ist in der Praxis kaum bzw. gar nicht möglich.