Abgrenzung der verschiedenen Vertragskonstellationen

Die Einsätze erfolgen entweder direkt aufgrund von Vertragsverhältnissen zwischen Interim Manager und Einsatzunternehmen (Zwei-Personen-Verhältnis) oder Erstere werden noch über ein Personaldienstleistungsunternehmen bzw. direkt über Provider vermittelt (Drei-Personen-Verhältnis). In den allermeisten Fällen haben diese sowohl die Kontakte zu den suchenden Unternehmen als auch zu den – verfügbaren und passenden – Interim Managern. Die Vertragsgestaltung ist dabei im Gegensatz zur Arbeitnehmerüberlassung nicht darauf angelegt, ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Personaldienstleister und dem Interim Manager bzw. zwischen dem Einsatzunternehmen und dem Interim Manager zu begründen (Haag/Tiberius, a. a. O., S. 193). 

Im Drei-Personen-Verhältnis besteht eine vertragliche Beziehung zwischen dem Einsatzunternehmen und dem Provider sowie zwischen diesem und dem beim Unternehmen eingesetzten Interim Manager (sog. holländisches Modell; Reufels, Personaldienstleistungen, 1. Aufl., 2012, S. 258.). Diese vertragliche Beziehung zwischen Einsatzunternehmen und Provider wird entweder als Werk- oder als Dienstvertrag bzw. als Mischform ausgestaltet. Meist sind Provider und Interim Manager daran interessiert, nur das ordnungsgemäße Erbringen einer Dienstleistung (Dienstvertragsrecht gem. §§ 611 ff. BGB) vertraglich zu vereinbaren. Die Einsatzunternehmen sind dagegen oftmals bestrebt, eine werkvertragliche Vertragsgestaltung (nach §§ 631 ff. BGB) zu erreichen, um den Erfolg des Projekts als Voraussetzung der Bezahlung des Providers zu vereinbaren (Dahl/Riedel, Praxishandbuch Interim Management, 1. Aufl., 2008, S. 96.). 

Die andere vertragliche Konstellation (Zwei-Personen-Verhältnis) ist die, dass das Einsatzunternehmen direkt einen Dienst- oder Werkvertrag mit dem Interim Manager schließt. Dies kann sowohl aufgrund einer selbstständigen Rekrutierung durch das Unternehmen als auch durch die Vermittlung des Interim Managers durch einen Provider geschehen, der dann im Regelfall eine einmalige oder fortlaufende Vermittlungsgebühr für seine Leistung gegenüber dem Einsatzunternehmen geltend macht (sog. angelsächsisches Modell; Reufels, a. a. O.).